Zu den Entlastungspaketen

Aktuelle Informationen

Zur Abmilderung der Folgen der Energiekrise sind von der Politik viele Maßnahmen diskutiert worden. Einige gesetzliche Grundlagen zur Energieversorgung wurden kurzfristig verändert, einige auch wieder verworfen. Die kurzfristigen Veränderungen sind auch für uns herausfordernd, denn wir können sie nicht von Grund auf einplanen, sondern müssen stets kurzfristig darauf reagieren.

An dieser Stelle informieren wir Sie zu dem aktuellen Stand. 

Antworten auf Ihre Fragen zum Gaspreis

Warum sind die Gaspreise so stark gestiegen?

Die Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Gas zahlen müssen, sind in den vergangenen Monaten extrem stark gestiegen. Zeitweise erreichten die Preise für die Beschaffung von Gas nie zuvor gekannte Höhen. So haben sich die Beschaffungskosten für Gas gegenüber Anfang 2021 verzwölffacht.

Bereits im vergangenen Jahr lagen die Preise an den Energie-Börsen auf einem hohen Niveau. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat den Druck weiter erhöht. Der Krieg führt nicht nur zu großen Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten. Die von Russland im Zuge des Krieges eingestellten Gaslieferungen verknappen das Gasangebot. Das führt zu stark steigenden Preisen beim Gaseinkauf.

Mark-E ist es in den letzten zehn Jahren immer wieder gelungen, mit unserer vorausschauenden Beschaffungsstrategie Risiken zu minimieren. Erdgas wird von uns lange im Voraus beschafft. Dadurch wirken sich Turbulenzen an den Handelsbörsen nicht 1:1 auf Ihren Tarif aus, sondern werden über einen längeren Zeitraum geglättet. Dies führt einerseits dazu, dass wir fallende Preise nicht sofort weitergeben können, in der jetzigen Situation aber dämpft diese Strategie auch die stark gestiegenen Großhandelspreise. Mark-E kann die Preissteigerungen zwar nicht vollständig auffangen, aber der Preisanstieg fällt in unseren Tarifen deutlich geringer aus als die Preisspitzen an den Börsen.

Wie soll die Gaspreisbremse funktionieren?

Die Gaspreisbremse soll Verbraucher unterstützen. Die Bundesregierung will bis zu 200 Milliarden Euro bereitstellen, um den von der Gaskrise betroffenen Verbrauchern zu helfen. Sie hat eine Expertenkommission eingesetzt, die am 10. Oktober 2022 ihre Vorschläge vorgestellt hat:

  • Ab Anfang März 2023 soll eine Gaspreisbremse greifen: Auf einen gewissen Verbrauch müssten Sie dann maximal 12 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Damit wären auch Steuern und alle sonstigen staatlich veranlassten Preisbestandteile abgedeckt. Oberhalb dieses Kontingents sollen Marktpreise gelten. Wer mehr verbraucht als den Grundverbrauch, müsste also deutlich mehr zahlen.
  • Für Fernwärmekunden soll eine Wärmepreisbremse kommen. Wie beim Gaspreis soll es hier einen garantierten Bruttopreis geben. Bei der Fernwärme würde dieser 9,5 Cent pro Kilowattstunde betragen.
Wie setzt Mark-E die Gaspreisbremse um?

Mark-E wird die Entlastungen selbstverständlich in vollem Umfang an Sie als Verbraucher weitergeben. Da das Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, können wir momentan noch keine konkreten Informationen hinsichtlich der Umsetzung bereitstellen. Sobald das Gesetz in Kraft tritt, werden wir Sie umgehend informieren.

Was passiert mit dem Dezember-Abschlag?

Mit dem „Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz (EWSG)“ entlastet der Staat kurzfristig Haushalts- und Gewerbekunden, die nicht mehr als 1,5 Mio. kWh verbrauchen. Mark-E gibt die Entlastung selbstverständlich an Sie weiter. Das bedeutet konkret, dass wir den Dezemberabschlag für Gas nicht einziehen werden, sofern Sie uns ein Lastschriftmandat erteilt haben. Sollten Sie uns den Dezemberabschlag normalerweise überweisen, könnten Sie diese Abschlagszahlung aussetzen.

Weiter unten auf dieser Seite finden Sie weitere ausführliche Informationen zum Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz.

Wie berücksichtigt Mark-E die Mehrwertsteuersenkung?

Ab dem 01.10.2022 ist die Mehrwertsteuer für Erdgas und Fernwärme von 19 % auf 7 % gesenkt worden, um Verbraucher zu entlasten.

Mark-E wird die Entlastung in der Rechnungsstellung ab dem 01.10.2022 in vollem Umfang an die Kundinnen und Kunden weitergeben.

Was geschieht mit der Gasbeschaffungsumlage?

Ab dem 01.10.2022 sollte ursprünglich eine gesetzlich festgelegte Gasbeschaffungsumlage (0,2419 Cent/kWh netto) für Erdgas erhoben werden. Diese wurde nun von der Bundesregierung verworfen und findet keinerlei Anwendung.

Mark-E wird dementsprechend keine Gasbeschaffungsumlage in Rechnung stellen.

Welche Umlagen wirken sich noch auf den Gaspreis aus?

Die Gasbeschaffungsumlage wurde nun wieder abgeschafft. Dennoch sind im Gaspreis Umlagen, Abgaben und Steuern enthalten, auf deren Höhe wir keinen Einfluss haben und die wir an den Fiskus abzuführen haben:

  • Gasspeicherumlage (gem §35e EnWG): 0,059 Cent/kWh
  • SLP-Bilanzierungsumlage: 0,570 Cent/kWh
  • C02-Umlage (gem BEHG): 0,547 Cent/kWh

Zudem beinhaltet Ihr Arbeitspreis für Erdgas Konzessionsabgaben und Netznutzungentgelte. Auf den Nettopreis inkl. aller Umlagen wird dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von derzeit 7% erhoben.

Ich beziehe Fernwärme. Profitiere ich auch von den Entlastungen des Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz?

Ja, das Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz sieht auch Entlastungen für Fernwärmekunden (Haushalts- und Gewerbekunden) vor. Fernwärmekunden müssen zwar ganz normal ihren Dezemberabschlag überweisen. Mark-E arbeitet derzeit daran, dass wir Ihnen Ihren Entlastungsanspruch im Dezember gutschreiben. Der Entlastungsanspruch errechnet sich aus dem Septemberabschlag 2022 zuzüglich 20 %.

Information zur Soforthilfe

Soforthilfe bei Gas (gemäß § 2 Abs. 4 EWSG Gas)

Die aktuelle Gaspreiskrise führt zu teilweise enormen finanziellen Belastungen für Gas- und Wärmekunden. Um diese Belastungen etwas zu dämpfen, plant die Bundesregierung verschiedene finanzielle Entlastungen.

Um die Haushalte und vor allem kleinere Gewerbekunde kurzfristig zu entlasten, hat sich die Bundesregierung für eine einfache und pragmatische Lösung entschieden: Gaskundinnen und Gaskunden erhalten im Monat Dezember 2022 spätestens im Januar 2023 eine staatliche Soforthilfe, die sich an den monatlichen Abschlägen orientiert. Die Höhe der Soforthilfe berücksichtigt auch mögliche Gaspreissteigerungen zum Jahresende: Sie entspricht einem Zwölftel des im September 2022 prognostizierten individuellen Jahresverbrauchs, multipliziert mit dem am 1. Dezember gültigen Gaspreis.

Als unsere Kundinnen und Kunden (mit Ausnahme der Industrie und größeren Gewerbekunden) profitieren Sie automatisch von der Soforthilfe. Wenn Sie einen Lastschrifteinzug vereinbart haben, wird der Dezemberabschlag nicht eingezogen. Sollten Sie die Zahlungen monatlich selbst vornehmen, beispielsweise über einen Dauerauftrag oder Barzahlung, müssen Sie die Zahlungen für Dezember nicht leisten. In Ihrer Jahresabrechnung wird dann der Erstattungsbetrag mit der vorläufigen Entlastung verrechnet. Es geht Ihnen kein Geld verloren.

Die Soforthilfe erhalten auch größere Unternehmen und Einrichtungen (RLM-Kunden mit stündlicher Leistungsmessung). Unabhängig vom Verbrauch werden zudem gezielt größere Verbraucher entlastet wie die Wohnungswirtschaft und beispielsweise Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sowie Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Auch hier beträgt die Entlastung ein Zwölftel des individuellen Jahresverbrauchs der Monate November 2021 bis einschließlich Oktober 2022. Unternehmen bzw. Einrichtungen müssen dem Gaslieferanten bis zum 31.12.2022 in Textform darlegen, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf Soforthilfe gemäß § 2 Abs. 1 Satz 4 EWSG vorliegen.

Bei allen Kunden die monatlich abgerechnet werden und die keine Abschläge zahlen, erfolgt die Erstattung mit der nächsten Rechnung.

Im kommenden Jahr soll in der nächsten Stufe die sogenannte Gaspreisbremse die Gaspreise weiter dämpfen. Eines ist aber klar: Ein hundertprozentiger Ausgleich der Belastungen wird angesichts der historischen Dimensionen, in denen wir uns mit Blick auf die Energie-Kosten bewegen, leider nicht möglich sein. Allein die Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Gas zahlen müssen, haben sich gegenüber Anfang 2021 verzwölffacht. Wir werden uns also daran gewöhnen müssen, dass Strom und Wärme in den kommenden Jahren teuer bleiben wird.

Umso wichtiger ist es, sparsam mit Energie umzugehen. In fast jedem Haushalt gibt es noch Möglichkeiten, Energie einzusparen – zum Beispiel die Heizung herunterdrehen, wenn niemand zu Hause ist, Stoßlüften und beim Duschen auf Dauer und Temperatur achten. Zudem sollte jeder überlegen, ob es nicht auch ein oder zwei Grad weniger im Zimmer tun. Jedes Grad weniger heizen verbraucht sechs Prozent weniger Energie und Geld – denn jede eingesparte Kilowattstunde schont auch den eigenen Geldbeutel.