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Was steckt hinter Ökostrom-Siegeln?

Wer sich mit Ökostrom beschäftigt, findet bei den Angeboten nicht selten bunte Icons oder Logos, die den “grünen” Charakter des Angebots unterstreichen sollen. Doch welche Ökostromangebote erfüllen tatsächlich nachvollziehbare Qualitätskriterien? Welchen Beitrag leistet Ihr Tarif tatsächlich für die Energiewende? Und woran erkenne ich, dass ein Ökostrom-Angebot zuverlässig geprüft wurde?

Veröffentlicht: 25.09.2026
Zuletzt aktualisiert: 25.09.2026
Kategorie: News & Aktionen
3 Min. Lesezeit

Genau hier setzen unabhängige Ökostrom-Siegel und Zertifizierungen an. Sie schaffen Transparenz und definieren klare Kriterien, die Stromanbieter erfüllen müssen.

Mark-E bietet verschiedene Ökostrom-Qualitäten an, die von unabhängigen Stellen geprüft werden und unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Gemeinsam haben sie das Ziel, die Herkunft des Stroms nachvollziehbar zu machen und einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Das Wichtigste im Überblick

Jedes seriöse Ökostromprodukt basiert auf Herkunftsnachweisen, die belegen, dass der gelieferte Strom tatsächlich aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Grundlage dafür ist die TÜV-Verband-Basisrichtlinie Ökostromzertifizierung (MB ENER 1304). Zwei Gütesiegel gehen bei Mark-E darüber hinaus: RenewablePLUS verlangt zusätzlich verpflichtende Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien sowie einen Mindestanteil jüngerer Bestandsanlagen. ok-power setzt auf einen nachweisbaren Mindestanteil an Strom aus Neuanlagen sowie zusätzliche Anforderungen an die Anbieter selbst, etwa zur Beteiligung an Kohle- und Atomkraftwerken. Beide Siegel werden von unabhängigen Organisationen vergeben und regelmäßig extern geprüft, RenewablePLUS durch den TÜV Rheinland, ok-power durch den Verein EnergieVision e.V. Welches Siegel für welchen Mark-E-Tarif gilt, zeigt der Vergleich weiter unten im Detail.

Warum gibt es unterschiedliche Ökostrom-Siegel?

Die Bezeichnung „Ökostrom“ beschreibt zunächst Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Wasser- oder Solarkraft stammt. Für Verbraucher ist jedoch häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar, welche Anforderungen ein konkretes Produkt erfüllt.

Deshalb haben sich in Deutschland verschiedene Zertifizierungs- und Qualitätssysteme etabliert. Sie prüfen beispielsweise:

  • ob der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien stammt,

  • ob die Herkunft nachweisbar dokumentiert wird,

  • ob unabhängige Prüfungen erfolgen,

  • ob zusätzliche Anforderungen über den reinen Herkunftsnachweis hinaus bestehen.

Die jeweiligen Kriterien werden von unabhängigen Organisationen festgelegt und regelmäßig kontrolliert.

RenewablePLUS: Ökostrom mit Investitionsbeitrag zur Energiewende

RenewablePLUS ist ein Gütesiegel, das von Bischoff & Ditze Energy (BD Energy) entwickelt wurde. Der von Mark-E beauftragte Dienstleister für Ökostrom betreibt das Zertifizierungssystem. Die Einhaltung der Anforderungen wird jährlich vom TÜV Rheinland geprüft.

Für Strom mit RenewablePLUS gelten unter anderem folgende Kriterien:

  • 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energieanlagen

  • Herkunftsnachweise nach den Vorgaben des Umweltbundesamtes

  • 100 Prozent Strom aus dem europäischen Verbundnetz

  • Investitionsgarantie von mindestens 0,2 Cent pro verkaufter Kilowattstunde in den Aus- und Neubau erneuerbarer Energieanlagen

Darüber hinaus verlangt RenewablePLUS zusätzliche Maßnahmen zur Unterstützung der Energiewende. Mark-E erfüllt hierbei das sogenannte Alterskriterium. Dieses sieht vor, dass mindestens 25 Prozent des Stroms aus jüngeren Bestandsanlagen stammen, deren Inbetriebnahme höchstens 15 Jahre zurückliegt. Dadurch sollen Investitionen in moderne Anlagen und die Integration erneuerbarer Energien unterstützt werden.

Die Zertifizierung kann in der offiziellen TÜV-Rheinland-Datenbank eingesehen werden. https://www.certipedia.com/quality_marks/0000023040?locale=de

RenewablePLUS-Strom bietet Mark-E für Privatkunden in den Tarifen Klima Fair Strom, Fan Strom, Wärmepumpe Fix Strom, Solar Fix Strom sowie Flex Charge Strom an. Auch Gewerbe- und Industriekunden können diese Qualität wählen.

ok-power: Nachvollziehbarer Beitrag zur Energiewende

Das Ökostromsiegel ok-power wird vom gemeinnützigen Verein EnergieVision e.V. vergeben. Träger des Vereins sind das Öko-Institut und die HIR Hamburg Institut Research gGmbH.

Ziel von ok-power ist es, Transparenz im Ökostrommarkt zu schaffen und Produkte auszuzeichnen, die einen nachvollziehbaren Beitrag zur Energiewende leisten.

Zu den Pflichtkriterien gehören unter anderem:

  • Belieferung mit Strom aus erneuerbaren Energien

  • Anforderungen an die Beteiligung von Energieversorgern an Kohle- und Atomkraftwerken

  • Verbraucherfreundliche Vertragsbedingungen

  • Minimierung negativer ökologischer Auswirkungen der Erzeugungsanlagen

  • Unabhängige Prüfung der Angaben und transparente Kundeninformation

Zusätzlich müssen sogenannte Wahlpflichtkriterien erfüllt werden. Sie stellen sicher, dass das ausgezeichnete Produkt einen zusätzlichen Beitrag zur Energiewende leistet.

Bei Mark-E bedeutet dies: Mindestens 33 Prozent der gelieferten Ökostrommenge stammen aus Neuanlagen. Je nach Technologie gelten hierfür unterschiedliche Altersgrenzen, die jedoch maximal acht Jahre betragen dürfen.

Mark-E bietet Ökostrom in ok-power-Qualität als Option für Gewerbe- und Industriekunden sowie im Produkt Mieterstrom Exklusiv an.

TÜV-Verband-Basisrichtlinie: Geprüfte Herkunft von Ökostrom

Die TÜV-Verband-Basisrichtlinie Ökostromzertifizierung (MB ENER 1304) ist kein eigenes Siegel, sondern ein anerkanntes Regelwerk für die Zertifizierung von Ökostromprodukten.

Sie legt fest, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, damit ein Stromprodukt als Ökostrom zertifiziert werden kann. Im Mittelpunkt steht die sichere und nachvollziehbare Herkunft des Stroms.

Zu den wichtigsten Anforderungen zählen:

  • Der Strom muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen.

  • Die Herkunft muss durch Herkunftsnachweise belegt werden.

  • Die Herkunftsnachweise müssen nach der Nutzung entwertet werden, damit sie nicht mehrfach verwendet werden können.

Die Richtlinie stellt damit sicher, dass die Herkunft des Stroms transparent dokumentiert und überprüfbar ist.

Eine Beschaffung nach der TÜV-Verband-Basisrichtlinie MB ENER 1304 ist bei Mark-E im Segment Industriestrom möglich.

Die Ökostrom-Qualitäten von Mark-E im Vergleich

Während alle drei Modelle auf eine nachvollziehbare Herkunft des Stroms setzen, unterscheiden sie sich beim zusätzlichen Beitrag zur Energiewende. 

TÜV-Verband-Basisrichtlinieok-powerRenewablePLUS
Fokus auf den Nachweis der erneuerbaren Stromerzeugung Erfüllt alle Anforderungen an ÖkostromErfüllt alle Anforderungen an Ökostrom
Herkunftsnachweise verpflichtendZusätzliche Energiewende-KriterienVerpflichtende Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien
Externe Prüfung und ZertifizierungMindestens 33 Prozent Strom aus NeuanlagenMindestanteil jüngerer Bestandsanlagen

Damit bieten die verschiedenen Ökostrom-Qualitäten unterschiedliche Schwerpunkte, basieren jedoch alle auf transparenten und unabhängig überprüften Kriterien.

Mehr als Strom: Energiewende-Award 2025 für Mark-E

Auch abseits der Stromqualität setzt sich Mark-E für die Energiewende ein: 2025 wurde Mark-E erneut mit dem Energiewende-Award ausgezeichnet, diesmal in der Kategorie Wärme. Mehr dazu hier: https://www.enervie-gruppe.de/Home/Wer-wir-sind/auszeichnungen/energiewende-award-mark-e.aspx.

Häufige Fragen zu Ökostrom-Siegeln

  • Herkunftsnachweise sind vergleichbar mit einer Art „Geburtsurkunde“ für Ökostrom. Sie dokumentieren, dass eine bestimmte Strommenge tatsächlich in einer Anlage für erneuerbare Energien erzeugt wurde.

    Ein Herkunftsnachweis enthält unter anderem Informationen darüber:

    • aus welcher Energiequelle der Strom stammt,

    • in welcher Anlage er erzeugt wurde,

    • wo sich die Anlage befindet,

    • wann der Strom produziert wurde.

    Liefert ein Energieversorger Ökostrom an seine Kundinnen und Kunden, muss er die entsprechende Anzahl an Herkunftsnachweisen vorlegen. Anschließend werden diese Nachweise entwertet und können nicht erneut verwendet werden.

  • Nicht zwingend. Jeder Ökostromtarif benötigt Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energien. Einige Zertifizierungen verlangen darüber hinaus zusätzliche Maßnahmen zur Unterstützung der Energiewende. Dazu können Investitionen in neue Anlagen oder ein definierter Anteil von Strom aus jüngeren beziehungsweise neuen Anlagen gehören.

  • Die Einhaltung der jeweiligen Anforderungen wird von unabhängigen Zertifizierungsstellen überprüft. Bei RenewablePLUS erfolgt dies beispielsweise durch den TÜV Rheinland. Auch bei ok-power und Zertifizierungen nach der TÜV-Verband-Basisrichtlinie sind externe Prüfungen fester Bestandteil des Systems.

  • Beide Systeme verlangen Strom aus erneuerbaren Energien und gehen über den reinen Herkunftsnachweis hinaus. RenewablePLUS setzt zusätzlich auf verpflichtende Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien sowie auf einen Anteil jüngerer Anlagen. Bei ok-power steht unter anderem der nachweisbare zusätzliche Beitrag zur Energiewende durch Neuanlagen im Fokus.

  • Ja. Die Kriterien der Zertifizierungssysteme sind öffentlich dokumentiert. Die RenewablePLUS-Zertifizierung des TÜV Rheinland kann zudem über die öffentliche Datenbank Certipedia eingesehen werden. 

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