Mark-E
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Regionale Erzeugung

„Herausforderung Energiewende“

Mark-E hat für die Energieerzeugung über lange Zeit auf einen Mix aus Erdgas, Steinkohle, Wasserkraft, Biomasse, Sonnenenergie und seit 2011 auch Windkraft gesetzt. In unseren Anlagen in der Region erzeugten wir bislang rund 1.300 Megawatt (MW) Leistung Strom, Dampf und Wärme in effizienten und laufend modernisierten Anlagen.

Insbesondere Kraftwerke auf der Basis von Erdgas und Steinkohle sind jedoch marktbedingt in Zeiten der Energiewende keine wesentlichen Säulen der Energieversorgung in Deutschland mehr. Das derzeitige Marktdesign gibt Strom aus Erneuerbaren Energien im Stromnetz den Vorrang. Ihr kontinuierlich wachsender Anteil verdrängt dabei konventionelle Gas- und Steinkohlekraftwerke, die sich vor diesem Hintergrund nicht mehr wirtschaftlich betreiben lassen.

Aus diesem Grund hat die ENERVIE Gruppe im Mai 2014 die grundsätzliche Entscheidung getroffen, sich schrittweise aus der konventionellen Stromerzeugung zurückzuziehen.

Für die Versorgungssicherheit in der Region mussten die konventionellen Kraftwerke der ENERVIE Gruppe noch bis Ende 2015 weiter im Verteilnetzgebiet betrieben werden. Eine provisorische Netzerweiterung hat mittlerweile den Engpass und damit auch den notwendigen „Zwangseinsatz“ der Kraftwerke für eine sichere Stromversorgung beendet. Daher schaltet ENERVIE seine konventionellen Kraftwerke nun schrittweise ab: Das Gas- und Dampfkraftwerk in Hagen-Kabel wurde zum 31. März 2016 vollständig stillgelegt. Der Steinkohleblock im Kraftwerk Werdohl-Elverlingsen ist noch bis zum 31. März 2018 in Betrieb und wird anschließend endgültig stillgelegt. Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Herdecke wird in Abstimmung mit dem Projektpartner Statkraft bis auf weiteres entsprechend der Marktsituation, insbesondere für Spitzenlast- und Reservezwecke, vorgehalten. Das Pumpspeicherkraftwerk Finnentrop-Rönkhausen wird zunächst bis zum Frühjahr 2018 weiterbetrieben. Im Hinblick auf eine anstehende Sanierung und dem damit verbundenen langfristigen Weiterbetrieb prüft ENERVIE derzeit verschiedene Partnerschafts- und Kooperationsmodelle. Aktuell hat ENERVIE somit noch konventionelle Kraftwerke mit rund 750 Megawatt Gesamtleistung in Betrieb.

Immer mehr Strom wird bundesweit aus regenerativen Quellen gewonnen. 2015 wurden bereits 26 Prozent der bereitgestellten Energie durch Erneuerbare-Energien wie Wind, Sonne und Wasser zur Verfügung gestellt - mit steigender Tendenz. Mark-E hat den Wandel angenommen: So nutzt das Unternehmen heute die Kompetenzen aus dem Betrieb konventioneller Kraftwerke vermehrt für die Projektentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien in der Region. Zukunftsweisend ist zudem das Engagement der Mark-E in der Vermarktung von Regelenergie, der Bündelung von Anlagen und die Vermarktung als Virtuelles Kraftwerk sowie der Direktvermarktung von Erneuerbaren Energien. Mark-E richtet so die vorhandene Kompetenz im Stromhandel zukunftsfähig neu aus und nutzt regional und bundesweit aktiv die Marktchancen, die die Energiewende bietet.

Unsere Kraftwerke in der Region

An unserem ältesten Kraftwerksstandort in Herdecke - das erste Kraftwerk ging hier bereits 1908 ans Netz - betreiben wir heute ein hochmodernes Kraftwerk. Gemeinsam mit dem norwegischen Energiekonzern Statkraft nahmen wir 2007 eine Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD-Anlage) mit rund 400 Megawatt (MW) Leistung in Betrieb. Mit einem Wirkungsgrad von rund 59 Prozent gehört sie weiterhin zu den effizientesten Anlagen weltweit.

Das GuD-Kraftwerk nutzt für die Stromerzeugung ein besonders effektives Verfahren: Mittels einer Gas- und einer Dampfturbine wird die Energie in Elektrizität umgewandelt. Kernstücke der Anlage sind eine 270-MW-Gasturbine mit einem nachgeschalteten Abhitzekessel sowie eine 147-MW-Dampfturbine.

Die Gasturbine arbeitet mit einem Luft-Erdgas-Gemisch: Luft aus der Umgebung wird in einem Verdichter auf hohen Druck komprimiert. In der Brennkammer wird sie mit zugeführtem Erdgas zu einem über 1.200° C heißen Gasgemisch. Dieses treibt die Turbine an. Über eine gemeinsame Welle überträgt sich die Bewegung auf den Verdichter und den Generator.

Die Abgase sind am Ende des Gasturbinen-Prozesses noch ca. 600° C heiß. Sie werden in dem Abhitzekessel zur Dampferzeugung genutzt. Dieser Dampf treibt die Dampfturbine und damit die Welle eines weiteren Generators an.

Durch das Prinzip des gekoppelten Prozesses verbrauchen GuD-Kraftwerke weniger Brennstoff. Sie produzieren, gemessen an der erzeugten Strommenge, deutlich weniger Emissionen. Schnelle Anfahr- und Belastungszeiten der Anlage sichern die Möglichkeit zu einem flexiblen Betriebseinsatz zur Deckung von Grund-, Mittel- und Spitzenlast.

Am Standort befinden sich darüber hinaus drei Blockheizkraftwerke. Sie übernehmen seit 2004 die Versorgung Herdecker Haushalte und Unternehmen mit Fernwärme.

Am Kraftwerksstandort Elverlingsen wurden bislang Steinkohle, Erdgas und Sekundärbrennstoffe zur Stromerzeugung eingesetzt. Mit dem Steinkohleblock E4 (Leistung 310 MW) liefern wir derzeit noch bis 2018 Strom für die Versorgung mit Grund- und Mittellast.

Für höchstmöglichen Umweltschutz ist die Anlage mit Rauchgasreinigungsanlagen (Elektrofilter, Entschwefelung, Entstickung) ausgestattet. Durch Luftstufung und der laserbasierten Verbrennungsoptimierung vermindern wir zudem die Entstehung von Schadstoffen im Verbrennungsprozess.

Die Gas- und Dampfturbinenanlagen (E1/E2, 206 MW) sind mittlerweile für den regulären Dauerbetrieb abgemeldet.

Die Biomasse-Verstromungsanlage – kurz BVA – am Standort Hagen-Kabel ging 2004 als erstes Kraftwerk dieser Art in der Region in Betrieb.

Die BVA (20 MW) wurde in Zusammenarbeit von Stora Enso Kabel und Mark-E errichtet. Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Papierproduktion der Stora Enso Kabel und des Mark-E Heizkraftwerkes und nutzt für die Erzeugung die Infrastruktur des Standortes.

Täglich werden bis zu 600 Tonnen Altholz sowie weitere biogene Reststoffe  für die Energiegewinnung genutzt.

Der erzeugte Dampf treibt wie in einem konventionellen Wärmekraftwerk eine Turbine an. Über einen nachgeschalteten Generator wird elektrische Energie erzeugt.

Biomasse gehört zu den nachwachsenden Brennstoffen, und so erzeugt die BVA die Energie CO2 -neutral. Bei einer jährlichen Betriebszeit von 8.000 Stunden ergibt sich im Vergleich zueinem modernen Kohlekraftwerk eine jährliche CO2 -Ersparnis von etwa 160.000 Tonnen. Zudem reduziert eine mehrstufige Rauchgasreinigungsanlage weitere Schadstoffe – wie Flugasche, Schwefeldioxid und Stickoxide – im Rauchgas auf ein Minimum.

Höchstleistungen in Sekunden erreicht das Pumpspeicherwerk in Rönkhausen.

Mit zwei Pumpturbinen (jeweils 70 MW) stabilisiert dieses Kraftwerk das Stromnetz und gleicht schwankenden Bedarf im Verbrauch von Industrie und Bevölkerung aus.

Eine Technik, die mit Blick auf den Ausbau der Stromerzeugung mit Erneuerbaren Energien unerlässlich ist. Denn ein Pumpspeicherwerk ist wie ein riesiger Akku.

Wenn im Netz wenig Strom benötigt wird, wird aus dem unteren Becken im Tal der Glinge Wasser in das gut 300 Meter höher gelegene obere Becken auf dem Dahlberg gepumpt. 44.000 Liter Wasser pro Sekunde schaffen die beiden leistungsstarken Pumpenturbinen. Im Oberbecken steht das Wasser dann für die Stromerzeugung bereit.

Wenn der Stromverbrauch auf Spitzenwerte steigt, heißt es dann "Kugelschieber öffnen". Durch den 900 Meter langen Druckstollen strömt das Wasser direkt auf die Pumpenturbinen und in weniger als zwei Minuten erreichen die angekoppelten Generatoren ihre Höchstleistung.

13 bis 18 Mio. kWh Strom aus Wasserkraft - diesen Beitrag leisten jährlich unsere Laufwasserkraftwerke an der Lenne. Die Anlagen in Werdohl - in Wilhelmsthal und Bockeloh - sowie in Siesel bei Plettenberg decken somit rechnerisch den Bedarf von 4.000 bis 5.000 Haushalten.

Insgesamt acht Turbinen mit Leistungen zwischen 300 kW und 650 kW sind im Einsatz. Betreiber ist unsere Tochtergesellschaft NOVASTROM.

Sanierung in Wilhelmsthal: Naturschutz und Leistung verbessert

In den Jahren 2010 bis 2012 wurde das Wehr des Kraftwerks Wilhelmsthal aufwändig saniert. Als Teil dieser Maßnahme wurde das Kraftwerk durch den Bau einer neuen Fischaufstiegsanlage am Wehr ökologisch aufgewertet. Ferner wurde eine Wasserkraftschnecke - die erste in der Lenne - installiert, um am Wehr auch den letzten Kubikmeter Wasser noch energetisch zu nutzen. Im August 2012 wird im Krafthaus Wilhelmsthal eine dritte Francisturbine installiert und die Leistung des Kraftwerks damit auf rund 1,2 MW verdoppelt.

Derzeit laufen die Projektplanungen, um am Wehr Ehlhausen (gehört zum Kraftwerk Werdohl-Bockeloh) eine Fischaufstiegsanlage und eine Wasserkraftschnecke zu installieren.